Reiseführer
Was man auf Menorca mit dem Auto sehen sollte: Routen, Buchten und Dörfer
Menorca ist eine kleine, kompakte Insel mit enormer Vielfalt: über hundert Buchten, weiße Dörfer, Leuchttürme, prähistorische Stätten und zwei völlig unterschiedliche Küsten. Mit dem Auto unterwegs zu sein ist mit Abstand die beste Art, sie in deinem eigenen Tempo zu entdecken, ohne von Busfahrplänen oder Ausflügen abhängig zu sein. In diesem Reiseführer verraten wir dir, was du sehen solltest, wie du deine Routen nach Gebieten planst und welche praktischen Tipps den Unterschied machen.
Wenn du mit dem Flugzeug ankommst, ist es am bequemsten, das Auto direkt nach der Landung mit unserer Autovermietung am Flughafen Menorca abzuholen; und wenn du mit der Fähre kommst, liefern wir es dir am Hafen von Mahón.
Unterwegs auf der Insel
Die Hauptstraße, die Me-1, durchquert Menorca von Ost nach West und verbindet Maó (die Hauptstadt) mit Ciutadella in knapp einer Stunde. Von dieser zentralen Achse zweigen die Wege zu den Buchten ab, fast alle am Ende kleiner Nebenstraßen. Deshalb ist es entscheidend, nach Gebieten zu planen und nicht von einem Ende zum anderen zu springen.
Ein lokaler Tipp: der Camí de Cavalls (ein alter Rundweg von etwa 185 km, der die ganze Insel umrundet) verbindet viele benachbarte Buchten zu Fuß. Für manche Strände ist ein Stück zu wandern der schönste —und manchmal einzige— Weg dorthin.
Der Süden: weißer Sand und türkisfarbenes Wasser
Die Südküste ist das klassische Postkartenbild Menorcas: heller Sand, türkisfarbenes Wasser, Pinienwälder und Schluchten.
- Cala Galdana. Die am leichtesten erreichbare Bucht mit den meisten Einrichtungen; ideal für Familien. Ein guter Ausgangspunkt, um zu Fuß zu anderen Buchten zu gelangen.
- Cala Macarella und Macarelleta. Die meistfotografierten der Insel. Im Sommer (etwa von Juni bis September) ist die Zufahrt mit dem Privatauto verboten: Man gelangt mit dem Shuttlebus von Ciutadella, zu Fuß von Cala Galdana (etwa 30-40 Minuten über den Camí de Cavalls) oder mit dem Boot hin. Außerhalb der Saison kannst du mit dem Auto hinfahren.
- Cala en Turqueta und Cala Mitjana. Zwei Juwelen, die mit dem Auto erreichbar sind, mit kostenlosen, aber kleinen Parkplätzen, die sich sehr früh füllen: Komm früh am Morgen oder am späten Nachmittag.
- Son Saura und Son Bou. Son Bou ist der längste Strand Menorcas, mit Einrichtungen; Son Saura ist ursprünglicher, mit gutem Schatten der Pinien.
Der Norden: wilde Landschaften und rötlicher Sand
Die Nordküste ist schroffer, mit rötlichen, dunkleren Tönen und dem Tramontana-Wind als Hauptdarsteller. Wenn es an einem Tag kräftig weht, ist der Süden meist besser zum Baden; ist das Meer aufgewühlt, entschädigt der Norden mit Aussichtspunkten und spektakulären Leuchttürmen.
- Cala Pregonda und Cala Cavalleria, mit goldrotem Sand und fast mondartigem Flair.
- Leuchtturm von Cavalleria, mit unschlagbarem Blick auf die Klippen des Nordens.
- Leuchtturm von Favàritx, in einer Schieferlandschaft im Naturpark s'Albufera des Grau. Im Sommer ist die Zufahrt mit dem Auto meist eingeschränkt, ebenso zu den nahen Cala Presili und Cala Tortuga.
Charmante Dörfer
- Maó. Die Hauptstadt, mit Blick auf einen der größten Naturhäfen der Welt.
- Ciutadella. Die schönste Altstadt der Insel, mit Kathedrale und Hafen bei Sonnenuntergang.
- Fornells. Ein Fischerdorf im Norden, berühmt für seine caldereta de langosta (Langusteneintopf).
- Binibeca Vell. Ein Labyrinth aus engen Gassen und weißen Häusern, das ein altes Fischerdorf nachbildet.
- Es Mercadal und der Monte Toro. Erklimme den höchsten Punkt Menorcas (etwa 358 m), um die Insel von Küste zu Küste zu sehen.
- Cova d'en Xoroi, in Cala en Porter: in Klippen gelegene Höhlen, die zu einem Aussichtspunkt wurden, spektakulär bei Sonnenuntergang.
Eine Reise in die Vorgeschichte: das talayotische Menorca
Menorca ist übersät mit megalithischen Monumenten, die Tausende von Jahren alt sind und als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt sind. Verpasse nicht die Naveta des Tudons bei Ciutadella und die über die Insel verteilten talayotischen Siedlungen. Ein Auto zu haben ist praktisch unerlässlich, um sie zu besuchen.
Praktische Tipps für eine Autotour über Menorca
- Steh im Sommer früh auf. Die Parkplätze der berühmtesten Buchten füllen sich vor dem späten Vormittag; auf den Zufahrtsstraßen im Süden zeigen Tafeln an, welche Parkplätze voll sind.
- Prüfe die Beschränkungen der Saison. Manche Buchten und Leuchttürme sind im Sommer nur mit dem Shuttlebus, zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar, und die Termine ändern sich jedes Jahr.
- Schuhe und Wasser. Viele unberührte Buchten erfordern einen abschließenden Fußmarsch über einen Pfad.
- Buche das Auto im Voraus, besonders im Juli und August.
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